Am Donnerstagmorgen trafen sich fünf Piloten (Ingo, Heinz, Rolf, Michi und Beat) mit drei Doppelsitzern zu einem fünftägigen Wandersegelflug. Die Diskussionen liefen zuerst in Richtung Osten zu fliegen, also österreichische Alpen bis zuerst nach Norden auszuholen und auch tschechisches Gebiet neu kennen zu lernen. Das erste Ziel wurde dann dadurch beeinflusst, dass auf der Wasserkuppe ein Kollege von Ingo seinen Frondienst leistete.

Der Start noch vor der Mittagszeit führte uns an die Basis von etwa 2000 Metern AMSL. Durch den Schwarzwald lief es sehr gut. Aber nach ca. 2 Stunden mussten alle kämpfen, um überhaupt vorwärtszukommen. Den einen gelang es etwas besser als den anderen und schliesslich landeten wir doch alle auf der Wasserkuppe.
Ingos Kollege empfing uns herzlich und führte uns noch zum Segelfliegerdenkmal mit einer fantastischen Aussicht.

Der zweite Tag begann mit schwacher Thermik und führte uns über den Thüringer Wald der tschechischen Grenze entlang in Richtung des zweiten Etappenziels, Mariazell. Auch unterwegs war es manchmal ein Kampf auf die nötige Höhe zu kommen. Die Crew der DG1000M hatte ausserdem mit dem Ausfall der elektrischen Versorgung zu kämpfen. Lange versuchte diese, mit dem Arcus auf Kurs zu bleiben. Als aber die nötige Thermik verpasst wurde, musste der Plan geändert werden. Gelandet wurde schliesslich in Arnbruck.
Dort war man sehr erstaunt, dass jemand mit motorisiertem Segelflugzeug überhaupt dort landen wollte. Wir wurden sehr freundlich und mit einer riesigen Hilfsbereitschaft empfangen. Im Dorf kursierte bereits das Gerücht, dass dort ein Segelflieger notgelandet sei.

Am dritten Tag sollte der Weg Richtung Linz bis nach Sankt Johann im Tirol führen. Ein wunderschöner Flugtag, den keiner vergessen wird! Das Überqueren des flachen Donaudeltas sollte heute aber zur Herausforderung werden. Zwei Flugzeug mussten den Motor anwerfen, um wieder in die Nähe der Alpen zu kommen. Ab dort lief es aber wieder flott und man flog am eigentlichen Ziel vorbei und nahm die Perle des Tirols als Etappenziel ins Visier.
In Kufstein genehmigten wir uns ein hervorragendes Fünfgangmenü für sage und schreibe nur Euro 59.- pro Person. Eine Liebkosung für den Gaumen.

Aufgrund der voraussichtlichen Wetterentwicklung ab Montag, mit einer möglichen «Sperrschicht» auf unserem Heimweg, entschieden wir uns, bereits am Sonntag den Weg Richtung Heimat im Fricktal anzustreben. Zwei Flugzeuge wählten den Weg Richtung Innsbruck – Samedan – am Piz Gren vorbei Richtung Amsteg – bzw. über den Klausenpass zum Urnersee – Rigi – Baldegger – und Hallwilersee bis wir mit einer kleinen Höhenreserve auf LSZI «aufschlugen». Das Dritte flog in Richtung Inntal – Bad Ragaz – Schänis – Olten – Hütten und LSZI.

Es waren vier erlebnisreiche, unvergessliche Tage und ein tolles Team.


